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Diskussionsveranstaltung der JU- und CDU-Gemeindeverbände Lambrecht mit Landratskandidat Theo Hoffmann

Die von der Landesregierung initiierte und im Dezember 2008 von der SPD-Mehrheit im Landtag verabschiedete Schulstrukturreform war Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der die Gemeindeverbände der Jungen Union und CDU interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen hatten. Gemeinsam mit dem CDU-Landratskandidaten Theo Hoffmann diskutierte das gut gefüllte Plenum die Auswirkungen dieser weitreichenden Reform auf die rheinland-pfälzische Schullandschaft, insbesondere die Auswirkungen auf die Regionale Schule Lambrecht.

Eckpunkte des Realschule Plus-Konzepts

Nach der Begrüßung durch den Gemeindeverbandsvorsitzenden Peter Seelmann und den JU-Vorsitzenden Florian Seiller erläuterte Hoffmann in seinem Vortrag die Entwicklung der Schülerzahlen, die verschiedenen Formen der Realschule plus, die Situation der neuen Schullandschaft im Kreis Bad Dürkheim und in Neustadt, sowie die Folgen der Reform für die Regionalschule Lambrecht. Gemäß dem Gesetz werden die Haupt- und Realschulen zukünftig unter einem Dach zu sogenannten Realschulen Plus zusammengefasst. Die Hauptschule wird es somit nicht mehr geben, die bisherige Realschule erfährt eine erhebliche Veränderung. Ab dem Schuljahr 2009/10 wird es 122 Realschulen Plus geben, die eine Hälfte in der „integrativen“ bzw. „teilintegrativen“, die andere Hälfte in der „kooperativen“ Form. Beide Varianten werden eine gemeinsame Orientierungsstufe haben. Während die integrative Form danach abschlussbezogene Klassen bildet, werden in der kooperativen Form eigene Klassen für die Berufsreife oder Mittlere Reife gebildet. Teilweise wird die neue Schulform mit dem Zusatzangebot Fachoberschule (FOS) zum Erwerb der Fachhochschulreife, teilweise auch mit dem Zusatzprojekt „Keine(r) ohne Abschluss“ gekoppelt. Zudem soll es nach dem Willen der Landesregierung „neue Vorgaben für Lehrerwochenstundenzuweisung und Förderpool geben“. Die Schulstrukturreform soll schrittweise bis 2013/14 umgesetzt sein.

Die Aussichten, wie ein derartiges Konzept zu einer Verbesserung des Schulsystems und der Zukunfts- und Aufstiegschancen für Schüler führen solle, beurteilte Hoffmann skeptisch. Eine erfolgreiche Realschule Plus müsse eine deutliche Schülerorientierung und keine Systemorientierung aufweisen. Qualität und Maß der individuellen Förderung aller Schüler müssten die Kriterien für die Güte einer Schule sein. Die Schülerzahl pro Klasse sei mit 25 noch zu hoch, die dringend erforderliche Schulsozialarbeit sei unklar definiert, es fehlten konkrete Maßnahmen zur individuellen Förderung. Außerdem müsse die Kooperation zwischen den Schulen und der Erwerbswelt intensiviert werden. Da die integrativen und kooperativen Realschulen Plus wie ein Flickenteppich verteilt seien, bestehe, so Hoffmann, die Gefahr von „Schülerwanderungen“, wodurch einzelne Schulstandorte gefährdet würden. Alles in allem handle es sich bei der Realschule Plus um ein unausgegorenes Konzept. Die Regionale Schule Lambrecht sehe er aber für das Anlaufen der Realschule Plus gut gerüstet.

Intensive Diskussion

In der anschließenden Diskussion beteiligten sich u.a. auch die Schulleiter der Regionalen Schule Lambrecht und der Hauptschule Schöntal sowie der Schuldezernent und Beigeordnete der VG Lambrecht, Hans-Werner Rey und der Stadtbürgermeister und Lehrer an der Regionalen Schule Lambrecht, Michael Stöhr. Hierbei wurden zahlreiche Aspekte aufgegriffen, die bislang noch ungeklärt sind. Intensiv diskutiert wurde etwa über die künftige Schulträgerschaft und die untrennbar damit verbundene Finanzierungsfrage. Soll die Trägerschaft weiterhin bei der Verbandsgemeinde bleiben, was von vielen befürwortet wird, oder an den Kreis gehen? Oder wäre eine Mischlösung denkbar? Die CDU sprach sich für den Verbleib der Trägerschaft bei der Verbandsgemeinde aus, machte aber geltend, dass es unbedingt einen finanziellen Ausgleich geben müsse. Für Diskussionsstoff sorgte darüber hinaus eine mögliche Konkurrenz zwischen FOS und Berufsbildenden Schulen (BBS). Die Mehrheit der Anwesenden war sich darin einig, dass negative Begleiterscheinungen verhindert werden müssten. CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Seelmann und Beigeordneter Rey bezeichneten es als unabdingbar, an der zukünftigen Realschule Plus in Lambrecht eine FOS anzusiedeln, um den wohnortnahen Schulstandort attraktiv zu halten und zu bewahren. Doch nach welchen Kriterien und an welchen Standorten FOS eingerichtet werden soll, ist nach wie vor offen. Ähnliches gilt für das Projekt „Keine(r) ohne Abschluss“, mit dem die Schulabbrecherquote gesenkt werden soll. Bemängelt wurde von zahlreichen Diskussionsteilnehmern ferner, dass noch immer keinerlei Informationen über die mit der Reform verbundenen Kosten vorlägen. Dabei sei jetzt schon abzusehen, dass ein derart umfangreiches Reformprojekt mit erheblichen Kosten verbunden sein werde. „Es wäre sinnvoller gewesen, wenn die Landesregierung das Geld in den Ausbau der Hauptschulen und in die Beseitigung vorhandener Mängel, wie den Lehrermangel, sowie in zusätzliche Förderprogramme investiert hätte, anstatt sich auf ein so gewagtes Abenteuer einzulassen“, so die JU.

Forderungen von JU und CDU

Eine Verbesserung der derzeitigen Situation, und damit aus einer Realschule Plus nicht eine „Realschule minus“ wird, ist nur zu erreichen, wenn eine Reduzierung der Klassenmesszahl auf 25 Schüler, ohne Stundenausfall verwirklicht wird. Der Förderunterricht gerade in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik ist zu intensivieren. Schulträgerschaft und Finanzierung sind umgehend zu klären. Auch die Frage „Welche Schule erhält eine Fachoberschule?“ und damit die Problematik einer Realschule Plus 1. und 2. Ordnung muss beantwortet werden. Standortnachteile und Form der Realschule Plus können bei reduzierter Gesamtschülerzahl das Aus für eine Realschule Plus bedeuten. Auf eine Sozialarbeit an den Schulen kann nicht verzichtet werden. Eine Unterstützung beim Übergang von der Realschule Plus auf das Gymnasium muss erfolgen und ein gezielter Ausbau der Kooperation zwischen Schule und Erwerbswelt ist anzustreben. Da die Schulstrukturreform ab dem 1. August 2009 umgesetzt werden soll, müssen umgehend die richtigen Weichen gestellt werden.

Mehr Infos zum Landratskandidaten Theo Hoffmann: www.TheoHoffmann.de