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Junge Union befasst sich mit den Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung im Lambrechter Tal

Lambrecht, Dienstag, 27.11.2007.
Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Gemeindeverbandes der Jungen Union (JU) standen die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Kommunalpolitik in der Verbandsgemeinde Lambrecht im Mittelpunkt. Als Referent konnte die JU den 2. Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Hans Werner Rey, begrüßen. Unter den Gästen befanden sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Peter Seelmann und der JU-Kreisvorsitzende Markus Wolf.

In seinem Eingangsreferat umriss der Vorsitzende des JU-Gemeindeverbandes, Florian Seiller, die mit der derzeitigen Bevölkerungsentwicklung verbundene allgemeine Problematik. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes werde die Bevölkerung von derzeit knapp 84 Mio. Einwohnern bis zum Jahre 2050 auf ca. 75 Mio. Einwohner schmelzen – mit gravierende Folgen für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Hinzu komme die ohnehin schon hohe Staatsverschuldung, die wie eine Hypothek auf den nachfolgenden Generationen laste. An den Kommunen gehe der demographische Wandel keineswegs spurlos vorüber. Das habe die JU zum Anlass genommen, sich verstärkt mit der Thematik auseinander zu setzen. Für die junge Generation müsse es von Interesse sein, Mittel und Wege zu finden, um Infrastruktur und Lebensqualität der Kommunen zu sichern und zu stärken.
Auf der Grundlage umfangreichen statistischen Materials schilderte Rey in seinen Ausführungen die aktuelle Situation im Lambrechter Tal und gab einen Einblick in die Bevölkerungsprognosen bis zum Jahr 2050. Demzufolge ist in allen Orten mit einer spürbaren Bevölkerungsschrumpfung zu rechnen. So sank beispielsweise die Einwohnerzahl in der Verbandsgemeinde seit 1968 um über 3.000. Der Schrumpfungsprozess zeigt sich unter anderem bei der sinkenden Anzahl der Schüler und Kindergartenkinder, beim Vereinsleben und bei der Bausubstanz in einzelnen Ortsteilen. Steigen wird hingegen die Anzahl der Senioren, was neue Anforderungen an Infrastruktur und Versorgung stellen wird. Als erheblicher Standortnachteil gilt das Fehlen von Arbeitsplätzen und die unsichere wirtschaftliche Entwicklung. Die Verbesserung der Mobilität der Bewohner durch die S-Bahn-Anbindung für Lambrecht, Neidenfels und Weidenthal stellt daher einen großen Gewinn dar.
Im Anschluss diskutierten die Beteiligten ausführlich über Entwicklungsperspektiven. Ganz zentral wird nach einhelliger Auffassung der Versammelten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein. Die Anträge auf die Einrichtung von Ganztagsschulen und Schulen mit Betreuungsangebot wurden daher sehr begrüßt. Mit Hinblick auf die Sicherung des Schulstandortes müsse man für die Zukunft das bislang nur als Grundgerüst existierende Konzept „Realschule Plus“ im Auge behalten. Für sinnvoll hält man darüber hinaus die Kooperation mit Betrieben, um die Ausbildungsmöglichkeiten für Schulabsolventen vor Ort zu verbessern. Lobende Worte fand man für die Offene Jugendarbeit. Diese sei ein Erfolg und müsse unbedingt fortgeführt werden, um die Jugendlichen sich nicht selbst zu überlassen. Für die ältere Bevölkerung werde es wichtig sein, eine ausreichende und altengerechte Infrastruktur aufzubauen. Auch über Mehrgenerationenhäuser könnte man sich Gedanken machen. Sanierungsmaßnahmen und die Schließung von Baulücken in den einzelnen Gemeinden sollten Vorrang vor der Erschließung neuer Baugebiete haben.
Wolf zufolge müsse man noch verstärkt interkommunale Kooperationen eingehen. Trotz aller Anstrengungen sei es aber, so der JU-Kreisvorsitzende, den Kommunen unmöglich, die Probleme aus eigener Kraft bewältigen zu können. Die Gestaltungsspielräume der Kommunen werden angesichts des immer enger werdenden finanziellen Spielraumes sowie durch Vorgaben aus Bund und Ländern immer kleiner. Auf Bundes- und Landesebene müssten mehr Anstrengungen unternommen werden, um die Kommunen stärker zu unterstützen, damit diese den zukünftigen Herausforderungen gewachsen seien. Mit Hinblick auf die aktuelle Diskussion um die Kommunal- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz legte Seelmann nochmals die Position des CDU-Gemeindeverbandes dar: Die CDU halte die Zugehörigkeit der Verbandsgemeinde zu einem Landkreis, der der Metropol-Region Rhein-Neckar angehöre, für äußerst bedeutsam. Eine Eingemeindung der Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße dürfe nicht erfolgen. Offen sei man bezüglich einer Schaffung größerer Verwaltungseinheiten auf Verbandsgemeindeebene, falls Derartiges notwendig sei. Bürgernähe und Erreichbarkeit der Verwaltung seien allerdings auch weiterhin zu gewährleisten. Trotz der schwierigen finanziellen Situation brauche sich die Tal-Bevölkerung nicht zu verstecken, denn es sei vieles Positive auf den Weg gebracht worden, auf das man stolz sein könne. Mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen ermunterten Rey und Seelmann die Mitglieder der JU dazu, sich aktiv in die kommunalpolitische Arbeit einzubringen und die Zukunft der Gemeinden tatkräftig mitzugestalten. Seiller versicherte, die JU werde Mitglieder aus ihren Reihen ins Rennen schicken.
Gegen Ende der Mitgliederversammlung wurde noch ein verdientes Mitglied geehrt: Michael Kobel, der bis 2004 dem Vorstand des JU-Gemeindeverbandes angehört und vor kurzem die Altersgrenze der JU erreicht hatte, wurde mit der Ehrennadel des JU-Bundesverbandes ausgezeichnet. Seiller, Wolf und Seelmann dankten Kobel für sein langjähriges Engagement und wünschten ihm für seinen weiteren Lebensweg und für seine Arbeit in der CDU alles Gute und viel Erfolg.