Anja PfeifferBei einer gemeinsamen Veranstaltung der JU-Kreisverbände Kaiserslautern-Land, Bad Dürkheim und Rhein-Pfalz-Kreis sprach Prof. Hermann Adrian über "Die Zukunft unserer Nation". Er betrachtete in seinem Vortrag die demografische Entwicklung in Deutschland und kam zu dem Schluss: "Keine Kinder, keine Arbeit, keine Rente, keine Zukunft".

Prominenteste Zuhörerin an diesem Abend war Anja Pfeiffer, die in der Verbandsgemeinde Weilerbach am 5. Juni als Bürgermeisterin kandidiert. Die 25-jährige betonte bei ihrer Einführung ins Thema, das ein Bewusstseinswandel eine langfristige Aufgabe sei. "Deshalb ist es richtig, dass gerade die Junge Union sich hier engagiert", begründete Pfeiffer den Abend. Sie selbst hat Kinder, Jugend und Familie zu einen Hauptthema ihres Wahlprogramms gemacht. Pfeiffer: "Wir sind bereit, für unsere Zukunft Verantwortung zu übernehmen!"

Anhand ausführlicher Statistiken konnte Professor Adrian in seinem Referat darlergen, dass 100 im Jahr 1960 Geborene 65 Kinder bekamen, die wiederum bei gleichbleibender Geburtenrate bis 2020 nur noch 42 Enkel für sie zeugen. Für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl wäre schon heute eine Geburtenrate von 2,1 Kindern nötig. Diese liegt heute aber unter 1,4 Kindern pro Frau. Ein weiteres Problem der demografischen Entwicklung sieht der Professor in der steigenden Lebenserwartung der älteren Generation.

Die Lösung für die statistischen Probleme könne nur in der genannten Steigerung der Geburten liegen. Bei dieser angenommenen Zahl von neuen Kindern gelange man in den Zustand einer ''bestandserhaltenden Bevölkerung", rechnet Adrian vor. ''Daneben muss das Rentenalter auf mindestens 68 Jahre steigen", fordert der Wissenschaftler.

Prof. Adrian konnte überzeugend die Auswirkungen der herrschenden Kinderlosigkeit auf die heutigen gesellschaftlichen Probleme darstellen. So sei die Zahl von 5 Mio. Arbeitslosen auch darauf zurückzuführen, dass für 40% weniger Kinder auch entsprechend weniger Nahrung, Dienstleistungen und Wohnungen nachgefragt werden. Gleichzeitig wird Zeit, die andernfalls für die Betreuung eigener Kinder eingesetzt würde, frei auf dem Arbeitsmarkt angeboten. Adrian: "Daraus erklärt sich Deutschlands Stellung als Export- und Urlaubsweltmeister!" Ohne diese Answeichstrategien wäre die Situation am Arbeitsmarkt bereits noch schlimmer, ist sich der Professor sicher.

Einen Ausweg hin zu mehr Kindern sieht Prof. Adrian in einer gerechteren Bezahlung von Familien. Eltern arbeiten durchschnittlich 50.000 Stunden pro Jahr mehr für die Volkswirtschaft, rechnet er vor. "Deshalb müssen sie auch ein höheres Pro-Kopf-Einkommen erhalten als Kinderlose!"

Der Referent ging mit den bundesdeutschen Sozialsystemen hart ins Gericht. Kinderlose erhielten aus den Beiträgen von fremden Kindern eine höhere Rente als deren Eltern. Die Krankenversicherung benachteilige Familien durch eine ungerechte Lastenverteilung. Junge und gesunde Leute -potenzielle Eltern - zahlten die gleichen Beiträge wie Alte, die exponenziell höhere Krankheitskosten verursachten, kritisiert Adrian.

"Das Steuersystem in Deutschland diskriminiert Familien!", konstatiert der Professor. Die Steuerreformen von 1998 bis 2005 erschöpften sich in Absenken von Steuersätzen. Doch die meisten Familien lägen gemessen am Pro-Kopf-Einkommen weit unter diesen Sätzen und seien folglich kaum entlastet worden. Idealerweise hätte man durch eine Inflationsbereinigung der Steuerprogression und die Einführung von persönlichen Freibeträgen den Weg zu mehr Kindern frei machen können, ist sich Adrian sicher.

Als Fazit zog Prof. Hermann Adrian: "Wer heute Kinder bekommt, ist selber schuld!" Er fordert ein konsequentes Umdenken der Gesellschaft.

Der Kreisvorsitzende der JU Bad Bad Dürkheim, Markus Wolf, dankte dem Referenten für einen interessanten und engagierten Vortrag. ''Wir nehmen interessante Erkenntnisse mit", so Wolf. Er tauschte diese symbolisch gegen ein Weinpräsent ein.